Was sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und wie verwalten Sie offene Posten?
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bezeichnen alle offenen Geldbeträge, die Ihre Kunden Ihrem Unternehmen für bereits gelieferte Produkte oder erbrachte Dienstleistungen noch schulden. Sie zeigen den Unterschied zwischen gebuchtem Umsatz auf dem Papier und tatsächlich verfügbarem Geld auf dem Bankkonto.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen = Summe aller freigegebenen Ausgangsrechnungen auf Ziel − bisher eingegangene Kundenzahlungen. Solange eine Rechnung nicht vollständig bezahlt ist, bleibt der Differenzbetrag als offene Kundenforderung bestehen.
Aufbau und Bestandteile von Kundenforderungen
Im Geschäftsalltag zahlen gewerbliche Kunden und Stammkunden selten sofort bei Warenübergabe, sondern nutzen ein vereinbartes Zahlungsziel. Sobald Sie die Ware liefern und die Ausgangsrechnung verbindlich freigeben, entsteht auf dem Kontaktkonto des Kunden eine offene Forderung.
Für einen verlässlichen Überblick müssen freigegebene Rechnungen, Teilzahlungen und Restbeträge sauber getrennt werden. Unverbindliche Angebote oder noch nicht abgeschlossene Rechnungsentwürfe begründen keinen Zahlungsanspruch und zählen niemals zu den offenen Forderungen.
- Freigegebene Ausgangsrechnungen: Gesamtwert aller bestätigten Rechnungen für gelieferte Produkte oder Dienstleistungen
- Erhaltene Kundenzahlungen: Vollständige Zahlungen oder Teilzahlungen, die auf Ihrem Kassen- oder Bankkonto eingegangen sind
- Offener Forderungssaldo: Der verbleibende Restbetrag, den Kunden nach Abzug aller Einnahmen noch begleichen müssen
Auswirkung auf die Liquidität und Abgrenzung zu Verbindlichkeiten
Kundenforderungen gehören zum Vermögen Ihres Unternehmens, während Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen die Beträge sind, die Sie selbst Ihren Lieferanten schulden. Ein Betrieb kann auf dem Papier hohe Gewinne ausweisen und dennoch in Zahlungsschwierigkeiten geraten, wenn Kunden ihre Fälligkeitsdaten überschreiten.
Deshalb reicht der Blick auf den Gesamtumsatz nicht aus: Entscheidend ist, wie schnell aus offenen Rechnungen tatsächliche Zahlungseingänge werden. Wer Fälligkeitsdaten konsequent überwacht und Kunden klare Kontoauszüge sendet, schützt seine Kasse vor unnötigen Liquiditätsengpässen.
Wie Sie offene Forderungen und Kontaktsalden in GiroPS verfolgen
In GiroPS aktualisiert jede freigegebene Verkaufsrechnung automatisch den Saldo des jeweiligen Kundenkontakts; Rechnungsentwürfe fließen dagegen in keinerlei Summen ein und weisen keinen offenen Restbetrag aus. Jede erfasste Einnahme wird direkt Ihrem Kassen- oder Bankkonto gutgeschrieben und mindert sofort den offenen Rechnungsbetrag.
Über die Kontaktübersicht prüfen Sie jederzeit offene Restbeträge nach Teilzahlungen, kontrollieren anstehende Fälligkeitsdaten und erstellen mit wenigen Klicks einen übersichtlichen PDF-Kontoauszug zur Abstimmung mit Ihrem Kunden.
Praxisbeispiel
Beispiel: Offene Forderungen am Monatsende
Ein Fachhändler stellt im Monat drei freigegebene Verkaufsrechnungen über 40.000, 50.000 und 30.000 aus (zusammen 120.000); zusätzlich liegt ein Rechnungsentwurf über 20.000 vor. Bis zum Monatsende zahlt der erste Kunde 40.000 vollständig, und auf die zweite Rechnung geht eine Teilzahlung von 35.000 ein (Zahlungseingänge insgesamt 75.000). Der Entwurf bleibt unberücksichtigt. Am Monatsende betragen die offenen Forderungen 120.000 − 75.000 = 45.000 (15.000 Rest aus der zweiten Rechnung plus 30.000 aus der dritten).
Häufig gestellte Fragen
Zählen Rechnungsentwürfe zu den offenen Forderungen?
Nein. Ein Entwurf ist ein noch nicht freigegebenes Arbeitsdokument. In GiroPS werden Entwürfe in keiner Gesamtsumme berücksichtigt und erzeugen weder einen Kontaktsaldo noch eine offene Forderung.
Wie werden Teilzahlungen eines Kunden verbucht?
Wenn Sie eine Teilzahlung zur Rechnung erfassen, erhöht sich Ihr Kassen- oder Bankkonto um diesen Betrag, während auf der Rechnung exakt der noch offene Restbetrag als Forderung stehen bleibt.
Warum sind steigende Forderungen trotz gutem Umsatz ein Warnsignal?
Steigen die offenen Forderungen schneller als der Umsatz, zahlen Kunden langsamer. Das Kapital steckt dann in unbezahlten Rechnungen fest und fehlt beim Wareneinkauf oder bei laufenden Betriebskosten.