Was ist der Meldebestand (Bestellpunkt) und wie berechnet man ihn?
Der Meldebestand (auch Bestellpunkt genannt) ist die genaue Lagermenge, bei deren Erreichen Sie beim Lieferanten nachbestellen müssen, damit neue Ware eintrifft, bevor das Regal leer ist. Statt nach Bauchgefühl zu bestellen, schützt ein sauber berechneter Meldebestand vor Fehlbeständen ebenso wie vor überfüllten Lagern.
Meldebestand = (durchschnittlicher Tagesverbrauch × Lieferzeit in Tagen) + Sicherheitsbestand. Erreicht der Lagerbestand diesen Wert, wird nachbestellt, damit die Lieferung vor dem Aufbrauchen der Reserve eintrifft.
Formel für den Meldebestand und benötigte Werte
Für die Berechnung des Meldebestands brauchen Sie drei Größen aus Ihrem Tagesgeschäft: den durchschnittlichen Verkauf pro Tag, die Lieferzeit des Händlers in Tagen und Ihren Sicherheitsbestand für Verzögerungen. Alle Mengen müssen in derselben Einheit (Stück, Karton, kg oder Liter) vorliegen.
Rechnen Sie bei der Lieferzeit immer mit der tatsächlichen Dauer vom Absenden der Bestellung bis zur verkaufsfertigen Einlagerung im Regal. Nur die reine Versandzeit auf dem Papier anzusetzen, führt im Alltag schnell zu Engpässen.
- Durchschnittlicher Tagesverbrauch: die übliche Verkaufsmenge an einem normalen Geschäftstag
- Lieferzeit (Beschaffungszeit): die Tage von der Bestellung bis zum Wareneingang im Lager
- Sicherheitsbestand: der zusätzliche Puffer für Lieferverzug oder unerwartete Nachfragespitzen
Meldebestand im Vergleich zum Sicherheitsbestand
Meldebestand und Sicherheitsbestand werden häufig verwechselt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Der Sicherheitsbestand ist die eiserne Reserve für Ausnahmefälle, während der Meldebestand die Auslöseschwelle für eine neue Bestellung darstellt.
Sinkt Ihr Bestand auf den Meldebestand, ist das Lager noch lange nicht leer: Es enthält genau die Menge für den normalen Verkauf während der Lieferzeit plus den unberührten Sicherheitsbestand.
Wie das Feld Kritischer Bestand in GiroPS funktioniert
In GiroPS entspricht der Meldebestand dem Feld Kritischer Bestand in der Produktkarte. Sie können für jeden bestandsgeführten Artikel einen eigenen Schwellenwert passend zu Absatztempo und Lieferant hinterlegen.
Sobald der Bestand durch einen Verkauf oder eine Ausbuchung auf diesen Wert fällt, erzeugt GiroPS eine Warnung und listet das Produkt unter den kritischen Beständen auf. So erkennen Sie auf einen Blick, welche Artikel nachbestellt werden müssen.
Praxisbeispiel
Beispiel: Meldebestand im Einzelhandel berechnen
Ein Lebensmittelgeschäft verkauft durchschnittlich 15 Packungen Filterkaffee pro Tag. Der Großhändler liefert innerhalb von 4 Tagen, und als Sicherheitsbestand sind 20 Packungen eingeplant. Während der viertägigen Lieferzeit werden normal 15 × 4 = 60 Packungen verkauft. Rechnet man die 20 Packungen Sicherheitsbestand hinzu, ergibt sich ein Meldebestand von 60 + 20 = 80 Packungen. Hinterlegt der Inhaber 80 als kritischen Bestand in GiroPS, erhält er genau bei 80 verbleibenden Packungen den Hinweis zur Nachbestellung.
Häufig gestellte Fragen
Kann man den Meldebestand auch ohne Sicherheitsbestand berechnen?
Ja, bei absolut verlässlicher taggleicher Lieferung und konstantem Absatz kann der Sicherheitsbestand auf null gesetzt werden. Im normalen Geschäftsalltag empfiehlt sich jedoch immer ein kleiner Sicherheitspuffer.
Sagt mir der Meldebestand auch, wie viel ich bestellen soll?
Nein. Der Meldebestand beantwortet nur die Frage, wann bestellt werden muss. Die Bestellmenge richtet sich nach Ihrem Budget, dem Lagerplatz, Mindestbestellmengen des Lieferanten und der Haltbarkeit.
Bleibt der Meldebestand das ganze Jahr über gleich?
Bei Saisonartikeln sollte der kritische Bestand vor Beginn der Hauptsaison angehoben und zum Saisonende wieder gesenkt werden, damit am Ende keine überschüssige Ware liegen bleibt.