Cashflow (Geldfluss / Liquidität): Formel und Unterschied zum Gewinn
Der Cashflow (Geldfluss) beschreibt den tatsächlichen Zu- und Abfluss von liquiden Mitteln auf den Kassen- und Bankkonten Ihres Unternehmens innerhalb einer Periode. Selbst Betriebe mit vollen Auftragsbüchern und gutem Gewinn können in Zahlungsschwierigkeiten geraten, wenn Kundenrechnungen offenbleiben, während Miete, Löhne und Lieferanten sofort bezahlt werden müssen.
Netto-Cashflow = Gesamte Einzahlungen − Gesamte Auszahlungen. Fließen in einem Monat 150.000 auf Kasse und Bank ein und werden 120.000 für Wareneinkauf und Kosten ausgezahlt, beträgt der Netto-Cashflow +30.000.
Formel des Cashflows und seine Bestandteile
Beim Cashflow zählt ausschließlich der Zeitpunkt, an dem Geld tatsächlich über das Kassen- oder Bankkonto fließt. Offene Ausgangsrechnungen oder noch nicht bezahlte Lieferantenrechnungen verändern den Geldfluss erst bei Zahlungseingang oder Überweisung; Umbuchungen zwischen eigenen Konten sind erfolgs- und liquiditätsneutral.
Für den laufenden Liquiditätsüberblick werden alle Zahlungsströme einer Periode in drei Größen zusammengefasst:
- Einzahlungen (Mittelzufluss): Barverkäufe, Kundenzahlungen auf offene Posten und sonstige Betriebseinnahmen
- Auszahlungen (Mittelabfluss): Lieferantenzahlungen, sofort bezahlte Wareneinkäufe, Miete, Personal- und Nebenkosten
- Netto-Cashflow: Differenz aus sämtlichen Einzahlungen abzüglich aller Auszahlungen im Zeitraum
Warum Cashflow und Gewinn zwei verschiedene Dinge sind
Gewinn und Cashflow betrachten das Geschäft aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Schreiben Sie einem Kunden eine Rechnung auf Ziel, steigen Umsatz und Rohertrag sofort, obwohl noch kein Cent auf Ihrem Konto eingegangen ist. Umgekehrt mindert ein großer, sofort bezahlter Wareneinkauf unmittelbar Ihren Kontostand, wirkt sich aber erst beim späteren Verkauf der Ware auf den Gewinn aus.
Durch diesen zeitlichen Versatz kann ein wachsender Händler auf dem Papier schwarze Zahlen schreiben und trotzdem einen negativen Cashflow aufweisen. Nur wer neben der Gewinn- und Verlustrechnung auch die reale Kassen- und Bankliquidität überwacht, bleibt jederzeit zahlungsfähig.
Kassen-/Bankkonten und Cashflow-Bericht in GiroPS
In GiroPS verwalten Sie beliebig viele Kassen- und Bankkonten und erfassen Kundenzahlungen, Lieferantenausgaben, Einnahmen/Ausgaben sowie Umbuchungen mit wenigen Klicks. Jede Rechnungszahlung gleicht automatisch den offenen Saldo des Kontakts aus und aktualisiert zugleich den Bestand des gewählten Geldkontos.
Der Cashflow-Bericht zeigt Ihnen für jeden gewählten Zeitraum sämtliche Mittelzuflüsse, die Ausgaben nach Buchungskategorien sowie die Nettoveränderung Ihrer liquiden Mittel. So erkennen Sie frühzeitig, welcher Spielraum für neue Einkäufe besteht.
Praxisbeispiel
Rechenbeispiel: Negativer Cashflow trotz Monatsgewinn
Ein Großhändler startet mit 40.000 Bankguthaben in den Monat. Er verkauft Waren mit einem Wareneinsatz von 140.000 für 200.000 und zahlt 25.000 für Miete und Fixkosten; sein rechnerischer Gewinn beträgt 35.000. Allerdings zahlen die Kunden im selben Monat nur 90.000 sofort, während 110.000 als offene Forderungen stehen bleiben. Gleichzeitig überweist der Händler 115.000 an Lieferanten plus 25.000 Fixkosten (zusammen 140.000 Auszahlungen). Der Netto-Cashflow liegt bei 90.000 − 140.000 = −50.000: Trotz 35.000 Gewinn entsteht eine Liquiditätslücke.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet ein positiver bzw. negativer Cashflow?
Ein positiver Cashflow zeigt, dass im Zeitraum mehr Geld eingegangen als abgeflossen ist und die Liquiditätsreserve wächst. Ein negativer Cashflow bedeutet, dass die Auszahlungen höher waren als die Einzahlungen und Rücklagen angegriffen wurden.
Verändert eine Umbuchung zwischen Kasse und Bank den Cashflow?
Nein. Wenn Sie Bargeld aus der Ladenkasse auf das Geschäftskonto einzahlen, wechselt das Geld nur das Konto innerhalb des Unternehmens; der gesamte Zahlungsmittelbestand bleibt unverändert.
Wie lässt sich der Cashflow im Alltag gezielt verbessern?
Überwachen Sie Fälligkeiten konsequent, akzeptieren Sie Teilzahlungen bei säumigen Kunden, vermeiden Sie Überbestände bei Langsamdrehern und stimmen Sie Ihre Einkaufszahlungsziele auf den Zahlungseingang Ihrer Kunden ab.