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GiroPS
Lagerverwaltung
5 Min. Lesezeit

Wie werde ich Ladenhüter wieder los? Altbestände und langsame Dreher abbauen

Waren, die monatelang unberührt im Regal liegen, kosten weit mehr als nur Lagerplatz: Sie binden wichtiges Betriebskapital, das Ihnen beim Einkauf gefragter Schnelldreher fehlt. Wer ruhende Artikel frühzeitig erkennt und gezielt abverkauft, bringt schnell wieder Liquidität in die Kasse.

Kernaussage

Um Ladenhüter und langsame Dreher abzubauen, filtern Sie zuerst alle Produkte, die seit 30, 60 oder 90 Tagen nicht verkauft wurden oder noch gar keinen Verkauf aufweisen. Prüfen Sie den physischen Bestand, nutzen Sie gestaffelte Preisnachlässe, Produktpakete oder Lieferantentausch und senken Sie anschließend den kritischen Bestand.

Was Ladenhüter und langsame Dreher Ihr Unternehmen wirklich kosten

Als langsame Dreher gelten Artikel, deren Abverkauf deutlich unter der geplanten Umschlagshäufigkeit liegt; Ladenhüter (Altbestände) sind Produkte, die über Monate hinweg überhaupt nicht verkauft wurden oder deren Saison abgelaufen ist. Viele Händler glauben, unverkaufte Ware verursache keinen Verlust, solange sie im Lager liegt – doch das darin gebundene Geld arbeitet nicht mehr für Ihr Geschäft.

Jeder Karton ohne Bewegung beansprucht Regalfläche, Zählaufwand bei der Inventur und verliert durch Staub, beschädigte Verpackung oder Modellwechsel an Wert. Eine klare Unterteilung nach 30, 60 und 90 Tagen ohne Verkauf hilft Ihnen, rechtzeitig gegenzusteuern.

Zeitraum ohne VerkaufRisikostufeKapitalwirkungEmpfohlene Maßnahme
30 Tage ohne VerkaufFrühwarnungLagerumschlag verlangsamt sich spürbarPlatzierung im Regal und Verkaufspreis prüfen
60 Tage ohne VerkaufMittleres RisikoLiquidität bleibt im Regal gebundenErste Rabattstufe oder Kombi-Paket starten
90+ Tage oder 0 VerkäufeHohes Risiko (Ladenhüter)Wertverlust und Lagerkosten steigenLieferantentausch, Abverkauf nahe Einstand, Meldebestand auf null

Warum Artikel im Regal liegen bleiben: die 4 häufigsten Ursachen

Rabattaktionen schaffen kurzfristig Platz, doch dauerhaft freie Liquidität entsteht erst, wenn Sie die Ursache der Überbestände abstellen. Im Einzel- und Großhandel entstehen Ladenhüter fast immer durch zu optimistische Einkaufsmengen oder unentdeckte Bestandsfehler.

Wenn Sie wissen, warum ein Artikel ins Stocken geraten ist, schützen Sie Ihr Einkaufsbudget in der nächsten Saison vor denselben Fehlern. Die vier typischen Auslöser sind:

  • Zu große Einkaufsmengen wegen Mengenrabatten des Lieferanten ohne Abgleich mit dem realen Monatsabsatz
  • Nachbestellungen von Saison- oder Trendartikeln kurz vor dem Ende der eigentlichen Nachfragephase
  • Zu hoch angesetzte Verkaufspreise oder eine Verwechslung von Handelsspanne und Kalkulationsaufschlag
  • Bestandsabweichungen oder falsch eingeräumte Kartons im Hinterlager, sodass Kunden die Ware gar nicht sehen

Ruhende Bestände mit den Berichten in GiroPS sofort aufspüren

Bei hunderten Artikeln lässt sich per Bauchgefühl kaum überblicken, welches Produkt seit wann steht. Der Bestandsbericht in GiroPS zeigt für alle bestandsgeführten Produkte die aktuelle Menge, den Netto-Bestandswert ohne Steuer sowie das Datum des letzten Verkaufs und weist Artikel ohne Verkauf seit 30, 60 oder 90 Tagen sowie Produkte ohne bisherigen Verkauf direkt aus.

In Kombination mit der Verkaufsanalyse erhalten Sie eine verlässliche Entscheidungsgrundlage. Die Verkaufsanalyse listet Absatzmenge und erzielte Bruttomarge je Artikel auf, sodass Sie margenschwache Altbestände gezielt für den schnellen Abverkauf auswählen können.

4 praxiserprobte Wege, um ruhende Ware wieder zu Geld zu machen

Sobald die Liste der unbewegten Artikel vorliegt, zählt vor allem eines: das gebundene Kapital zügig zurückholen, ohne die Marge unnötig stark zu verschenken. Ein gestaffelter Abverkaufsplan erzielt dabei deutlich bessere Ergebnisse als spontane Halbierungen des Preises.

Mit der Massenpreisaktualisierung und dem teilbaren Online-Produktkatalog in GiroPS setzen Sie Preisänderungen in wenigen Minuten um:

  • Senken Sie die Verkaufspreise ausgewählter Artikel oder Tags über die Massenpreisaktualisierung gestaffelt um 10 % bis 30 %
  • Schnüren Sie attraktive Produktpakete, indem Sie einen langsamen Dreher mit einem täglich gefragten Hauptartikel kombinieren
  • Verhandeln Sie bei originalverpackten Kartons mit Ihrem Lieferanten über einen Umtausch gegen schnelldrehende Ware
  • Veröffentlichen Sie Aktionsposten im Online-Katalog und teilen Sie den Link direkt mit Stamm- und Geschäftskunden

Kritischen Bestand senken und erneute Fehlbestellungen stoppen

Ein erfolgreicher Abverkauf nützt wenig, wenn derselbe Artikel kurz darauf wieder auf der Einkaufsliste landet. Bleibt im Produktstamm ein veralteter Schwellenwert für den kritischen Bestand (Meldebestand) hinterlegt, löst das System beim Sinken der Menge erneut einen Warnhinweis aus.

Setzen Sie den kritischen Bestand bei allen Artikeln auf der 60- oder 90-Tage-Liste sofort herab oder ganz auf null. Ein kurzer Blick auf Lagerumschlag und Absatztempo vor jeder Nachbestellung hält Ihr Kapital dauerhaft in gefragten Produkten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Im Bestandsbericht nach 30, 60 und 90 Tagen filtern

Öffnen Sie den GiroPS Bestandsbericht, filtern Sie Artikel ohne Verkauf seit 30, 60 oder 90 Tagen bzw. ohne bisherigen Verkauf und sortieren Sie nach Netto-Bestandswert.

2. Physischen Zustand und Regalplatz prüfen

Kontrollieren Sie, ob die Ware unbeschädigt im Lager liegt, und holen Sie übersehene Artikel aus dem Hinterlager an gut sichtbare Verkaufsplätze.

3. Absatz und Bruttomarge in der Verkaufsanalyse abgleichen

Prüfen Sie in der Verkaufsanalyse die bisherige Verkaufsmenge und Bruttomarge je Artikel, um Ihren maximalen Rabattspielraum festzulegen.

4. Massenpreisaktualisierung oder Paketaktion durchführen

Passen Sie die Preise der Aktionsartikel per Massenpreisaktualisierung an und präsentieren Sie die Angebote über den Online-Produktkatalog.

5. Kritischen Bestand im Produktstamm reduzieren

Senken Sie den Schwellenwert für den kritischen Bestand oder setzen Sie ihn auf null, damit langsame Dreher nicht erneut nachbestellt werden.

Praxisbeispiel

Beispiel: Wie Eisenwaren Nord 18.400 an gebundenem Lagerwert freisetzt

Eisenwaren Nord entdeckt im GiroPS Bestandsbericht drei Artikelgruppen ohne Bewegung seit 60 bis über 90 Tagen mit einem Netto-Einkaufswert von zusammen 18.400. Durch eine Preisaktion per Massenpreisaktualisierung, ein Montage-Set-Paket und einen Lieferantentausch fließen binnen drei Wochen 20.030 an Bargeld und Gutschriften zurück:

ArtikelgruppeRuhende Menge & KostenUmgesetzte MaßnahmeZurückgewonnener Wert
Möbelgriffe Messing (65 Tage)40 Sets × 120 = 4.80015 % Rabatt von 180 auf 153 Nettopreis6.120 Umsatz (+1.320 Rohgewinn)
Deko-Wandregale (95 Tage)50 Stück × 160 = 8.000Als Paket mit gefragtem Montageset für 1688.400 Umsatz (+400 Rohgewinn)
Spezial-Bohrersets (0 Verkäufe)35 Boxen × 160 = 5.60020 Boxen Lieferantentausch + 15 Stück zu 1545.510 Umsatz & Gutschrift
Gesamtergebnis18.400 gebundenes KapitalKritischer Bestand auf 0 bzw. 5 gesenkt20.030 (108,9 % Kapitalrückfluss)

Häufige Fehler & Lösungen

Aus Angst vor kleineren Margen jahrelang am alten Verkaufspreis festhalten
Selbst ein Verkauf zum Einstandspreis bringt sofort Bargeld, das in Schnelldrehern mehrfach neuen Gewinn erwirtschaftet.
Alle langsamen Artikel sofort pauschal um die Hälfte reduzieren
Beginnen Sie bei 30- bis 60-Tage-Artikeln mit einer besseren Platzierung und 10 % bis 15 % Nachlass; hohe Rabatte gehören zu 90+-Tage-Beständen.
Den kritischen Bestand nach dem Abverkauf unverändert stehen lassen
Passen Sie die Warnschwelle im Produktstamm sofort an, sobald Sie einen Artikel auslaufen lassen oder abverkaufen.
Abverkaufsaktionen ohne vorherige Bestandsprüfung starten
Gleichen Sie die Liste aus dem Bestandsbericht kurz am Regal ab, damit keine Fehlbestände oder defekten Stücke beworben werden.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann gilt ein Artikel im Handel als langsamer Dreher oder Ladenhüter?

In den meisten Handelsbetrieben gilt ein Artikel nach 30 Tagen ohne Verkauf als verlangsamt, ab 60 Tagen sind verkaufsfördernde Maßnahmen sinnvoll und ab 90 Tagen ohne Bewegung – oder ganz ohne Verkauf – spricht man von Ladenhütern.

Wie finde ich in GiroPS alle Produkte, die sich nicht mehr verkaufen?

Im Bestandsbericht sehen Sie für jedes bestandsgeführte Produkt die aktuelle Menge, den Netto-Bestandswert und das letzte Verkaufsdatum. Zudem können Sie direkt nach Artikeln ohne Verkauf seit 30, 60 oder 90 Tagen oder ohne bisherigen Verkauf filtern.

Kann ich die Preise für viele Ladenhüter gleichzeitig senken?

Ja. Mit der Funktion Massenpreisaktualisierung in GiroPS passen Sie die Verkaufspreise ausgewählter Produkte oder Tags in einem Schritt prozentual oder um einen festen Betrag an.

Sollte ich Rabatte beim Abverkauf netto oder brutto kalkulieren?

Kalkulieren Sie immer auf Nettobasis ohne Umsatzsteuer und vergleichen Sie den reduzierten Nettopreis mit Ihrem Netto-Einstandspreis. Unser Rabattrechner und die Verkaufsanalyse helfen bei der genauen Prüfung.

Was tun, wenn der Lieferant unverkaufte Kartons nicht gegen Geld zurücknimmt?

Viele Lieferanten lehnen Barauszahlungen ab, stimmen aber einem Warenumtausch originalverpackter Kartons gegen Schnelldreher bei der nächsten Bestellung zu. Alternativ bündeln Sie die Ware als Paket im Online-Katalog.

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