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Begriffe erklärt

Was sind Ladenhüter (Altbestand) und wie baut man sie ab?

Ladenhüter (im Lagerwesen auch Altbestand, tote Bestände oder inkurante Ware genannt) sind Artikel, die seit langer Zeit im Regal oder Lager liegen, ohne dass ein einziger Verkauf stattgefunden hat, und für die auch kurzfristig keine Nachfrage mehr absehbar ist. Auf dem Papier zählen sie zwar noch zum Warenwert, in der Praxis binden sie jedoch wichtiges Betriebskapital.

Definition

Als Ladenhüter gelten Bestände, die über einen längeren Zeitraum – meist 60 bis 90 Tage oder mehr – null Verkäufe verzeichnen. Im Gegensatz zu Langsamdrehern ist die Nachfrage hier völlig zum Erliegen gekommen, sodass gezielte Rabatte, Produktpakete oder Aktionen nötig sind, um das gebundene Geld freizusetzen.

Wie Ladenhüter entstehen und warum sie so teuer sind

Tote Bestände entstehen selten von heute auf morgen; meistens stecken zu optimistische Einkaufsmengen, Saisonwechsel oder eine falsche Preisgestaltung dahinter. Wer sich von Mengenrabatten des Lieferanten verleiten lässt und ein noch unerprobtes Produkt sofort in großen Stückzahlen bestellt, schafft sich im KMU-Alltag am häufigsten Altbestände.

Jeder unverkaufte Karton blockiert nicht nur das Geld des Einkaufspreises. Er nimmt wertvollen Regalplatz weg, der für Schnelldreher gebraucht wird, verursacht unnötigen Zählaufwand bei der Inventur und verliert durch Alterung, Beschädigung oder Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stetig an Wert.

  • Überbestellung: Einkauf viel zu großer Mengen wegen verlockender Staffelpreise beim Lieferanten.
  • Saison- und Trendwechsel: Übrig gebliebene Saisonware oder Vorgängermodelle, die vom Markt nicht mehr gefragt sind.
  • Preis- oder Sichtbarkeitsprobleme: Zu hoch angesetzte Verkaufspreise oder Ware, die im Lager vergessen und nie im Katalog präsentiert wurde.
  • Sortimentsfehler: Varianten in Größen, Farben oder Maßen, die am tatsächlichen Bedarf der Stammkunden vorbeigehen.

Ladenhüter vs. Langsamdreher: Wo liegt der Unterschied?

Langsamdreher und Ladenhüter werden oft in einen Topf geworfen, erfordern aber völlig unterschiedliche Maßnahmen. Langsamdreher verkaufen sich zwar selten, aber regelmäßig – etwa ein spezielles Ersatzteil oder ein hochwertiges Werkzeug, das nur zweimal im Monat gefragt ist, dann aber eine gute Marge bringt.

Beim Ladenhüter hingegen steht der Absatz seit 60 oder 90 Tagen komplett bei null. Während man bei Langsamdrehern lediglich den Mindestbestand und die Nachbestellmenge senkt, muss bei Ladenhütern jede Nachbestellung gestoppt und der vorhandene Restbestand aktiv abverkauft werden.

Nicht drehende Artikel im GiroPS Bestandsbericht erkennen

Mit dem **Bestandsbericht** in GiroPS müssen Sie nicht mehr raten, welche Artikel im Lager verstauben. Der Bericht listet auf Knopfdruck alle Produkte auf, die seit 30, 60 oder 90 Tagen nicht verkauft wurden, sowie Artikel, die seit der Anlage **noch nie einen Verkauf** hatten – inklusive aktuellem Bestand und dem zum gleitenden Durchschnittspreis gebundenen Warenwert.

Um identifizierte Altbestände flüssig zu machen, können Sie mit dem kostenlosen Rabattrechner (`discount-calculator`) auf unserer Website Ihre Preisuntergrenze prüfen, Artikel im Paket mit beliebten Schnelldrehern bündeln oder sie im GiroPS **Online-Produktkatalog** als Aktionsware per WhatsApp an Ihre Kunden senden.

Praxisbeispiel

Beispiel: 90 Tage alte Lagerware wieder in Liquidität verwandeln

Ein Baustoff- und Eisenwarenhändler prüft im GiroPS Bestandsbericht die Liste der seit 90 Tagen unverkauften Artikel und entdeckt 40 dekorative Außenleuchten mit einem durchschnittlichen Einkaufswert von 250 pro Stück – insgesamt sind also 10.000 an Kapital im Regal gebunden. Zum regulären Preis von 400 wurde seit drei Monaten kein einziges Stück verkauft. Der Inhaber streicht den Artikel von der Nachbestellliste, senkt den Preis mit 30 % Aktionsrabatt auf 280 und bewirbt die Leuchten im Online-Katalog. Binnen zwei Wochen sind alle 40 Stück verkauft: Das Geschäft erzielt 1.200 Rohertrag und gewinnt vor allem 10.000 Liquidität für gefragte Schnelldreher zurück.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann gilt ein Artikel offiziell als Ladenhüter?

Das hängt vom Sortiment ab; im Einzel- und Großhandel gelten Artikel ohne jeden Verkauf seit 60 bis 90 Tagen als kritisch, während Saisonware unmittelbar nach Ende der jeweiligen Saison zum Altbestand wird.

Sollte man Ladenhüter notfalls auch unter dem Einkaufspreis verkaufen?

Zuerst sollte versucht werden, über moderate Rabatte oder Produktbündel zumindest den durchschnittlichen Einkaufswert hereinzuholen. Droht die Ware jedoch zu verderben, völlig zu veralten oder blockiert sie dringend benötigten Lagerplatz, ist ein Abverkauf knapp unter Einstandspreis immer noch besser als ein Totalausfall.

Wie lässt sich die Entstehung neuer Ladenhüter vermeiden?

Bestellen Sie neue Artikel zunächst in kleinen Testmengen, pflegen Sie realistische Mindestbestände in der Artikelkarte und prüfen Sie einmal im Monat die 30/60/90-Tage-Filter im GiroPS Bestandsbericht.

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