Kalkulationsaufschlag (Aufschlagssatz): Formel und Umrechnung in Marge
Der Kalkulationsaufschlag (international oft als Markup bezeichnet) gibt an, um wie viel Prozent der Einkaufspreis einer Ware erhöht wird, um den Nettoverkaufspreis zu bilden. Im Einzel- und Großhandel ist der Aufschlagssatz das klassische Werkzeug für die schnelle Preiskalkulation, darf jedoch keinesfalls mit der Handelsspanne gleichgesetzt werden.
Kalkulationsaufschlag = ((Nettoverkaufspreis − Einkaufspreis) ÷ Einkaufspreis) × 100. Kaufen Sie einen Artikel für 80 netto ein und rechnen 25 % Aufschlag hinzu, verkaufen Sie ihn für 100 netto; die resultierende Handelsspanne (Marge) beträgt dabei 20 %.
Formel für den Kalkulationsaufschlag und Verkaufspreis
Ausgangspunkt jeder Aufschlagskalkulation ist der Netto-Einstandspreis der Ware ohne Umsatzsteuer. Da Lieferantenpreise bei Nachbestellungen variieren können, empfiehlt es sich, mit dem gewichteten Durchschnittspreis des Lagers zu rechnen, statt nur die letzte Eingangsrechnung heranzuziehen.
Steht der Einkaufspreis fest, lässt sich der Zielverkaufspreis mit dem gewünschten Aufschlagssatz direkt ermitteln. Drei Gleichungen bilden das Grundgerüst:
- Rohertrag pro Stück: Nettoverkaufspreis abzüglich des gewichteten durchschnittlichen Einkaufspreises
- Kalkulationsaufschlag (%): Rohertrag geteilt durch den Einkaufspreis, multipliziert mit 100
- Verkaufspreis-Formel: Einkaufspreis × (1 + Aufschlagssatz als Dezimalzahl) ergibt den Nettoverkaufspreis
Umrechnung zwischen Kalkulationsaufschlag und Handelsspanne
Während der Kalkulationsaufschlag den Gewinn auf den Einkaufspreis bezieht, drückt die Rohertragsmarge (Handelsspanne) denselben Gewinn als Anteil am Verkaufspreis aus. Deshalb ist der prozentuale Aufschlag immer numerisch höher als die Handelsspanne. Die Umrechnung lautet: Marge = Aufschlag ÷ (1 + Aufschlag) sowie Aufschlag = Marge ÷ (1 − Marge).
Kostet ein Artikel 80 netto im Einkauf und wird mit 25 % Aufschlag (0,25) für 100 netto angeboten, liegt die Handelsspanne bei 0,25 ÷ (1 + 0,25) = 20 %. Wer nun glaubt, 25 % Spielraum vom Verkaufspreis zu haben, und dem Kunden 25 % Rabatt auf 100 gewährt, kassiert nur 75 und verliert 5 pro Stück.
Einkaufskosten und Preiskalkulation in GiroPS
GiroPS berechnet für bestandsgeführte Artikel bei jeder erfassten Eingangsrechnung automatisch den aktuellen gewichteten Durchschnittspreis. So haben Sie beim Festlegen Ihrer Verkaufspreise stets den realen Einstandspreis vor Augen und können die erzielten Spannen im Bericht zur Verkaufsanalyse kontrollieren.
Um Aufschlagssätze und Zielmargen vorab durchzuspielen, steht Ihnen auf unserer Website das kostenlose Tool `profit-margin-calculator` zur Verfügung. Über die Rollenrechte können Sie zudem Einkaufspreise für das Verkaufspersonal ausblenden, damit Ihre Kalkulation vertraulich bleibt.
Praxisbeispiel
Rechenbeispiel: Verkaufspreis mit 50 % Kalkulationsaufschlag
Ein Kfz-Teilehändler führt einen Filter mit einem durchschnittlichen Netto-Einkaufspreis von 120 und kalkuliert mit 50 % Aufschlag. Der aufgeschlagene Rohertrag beträgt 120 × 0,50 = 60, sodass der Nettoverkaufspreis bei 120 + 60 = 180 liegt. Umgerechnet auf den Umsatz ergibt dieser 50-%-Aufschlag eine Handelsspanne von 0,50 ÷ (1 + 0,50) = 33,33 % (60 ÷ 180 = 33,33 %).
Häufig gestellte Fragen
Kann der Kalkulationsaufschlag über 100 % liegen?
Ja, problemlos. Wird ein Artikel zum doppelten Einkaufspreis verkauft, beträgt der Kalkulationsaufschlag 100 %, beim dreifachen Preis 200 %. Die Handelsspanne vom Verkaufspreis kann hingegen nie 100 % erreichen; 100 % Aufschlag entsprechen genau 50 % Handelsspanne.
Wann nutze ich den Aufschlagssatz und wann die Handelsspanne?
Der Kalkulationsaufschlag eignet sich ideal, um aus Lieferantenpreisen rasch Verkaufspreise zu berechnen. Für die Betriebskostenplanung und Rabattgrenzen ist dagegen die Handelsspanne maßgeblich, weil sie zeigt, wie viel vom Umsatz übrig bleibt.
Welchen Aufschlag brauche ich für 30 % Handelsspanne?
Nutzen Sie die Formel Aufschlag = Marge ÷ (1 − Marge). Für 30 % Marge rechnen Sie 0,30 ÷ (1 − 0,30) = 0,30 ÷ 0,70 = 0,4286. Sie müssen also rund 42,86 % auf den Einkaufspreis aufschlagen.