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Begriffe erklärt

Rohertragsmarge (Handelsspanne): Formel, Berechnung und Praxis

Die Rohertragsmarge — im Handel meist als Handelsspanne bezeichnet — gibt an, wie viel Prozent vom Nettoumsatz nach Abzug des Wareneinsatzes als Rohertrag im Unternehmen verbleiben. Nur wer diese Kennzahl je Produkt und Warengruppe kennt, weiß sicher, ob die Verkäufe ausreichen, um Miete, Personal und sonstige Fixkosten zu decken.

Definition

Rohertragsmarge = ((Nettoverkaufspreis − Wareneinsatz) ÷ Nettoverkaufspreis) × 100. Wird ein Artikel für 80 netto eingekauft und für 100 netto verkauft, beträgt der Rohertrag 20 und die Handelsspanne exakt 20 %.

Formel und Bestandteile der Handelsspanne

Für eine korrekte Berechnung müssen sowohl der Verkaufspreis als auch der Einkaufspreis ohne Umsatzsteuer (netto) und nach Abzug sämtlicher Positions- und Beleg-Rabatte angesetzt werden. Jeder gewährte Preisnachlass schmälert unmittelbar den Rohertrag im Zähler und lässt die prozentuale Marge überproportional sinken.

Da Einkaufspreise bei Nachbestellungen schwanken können, liefert der gleitende Durchschnittspreis eine deutlich verlässlichere Grundlage als eine einzelne Lieferantenrechnung. Drei Werte bestimmen die Formel:

  • Nettoverkaufserlös: Verkaufspreis abzüglich aller gewährten Rabatte, ohne Umsatzsteuer
  • Wareneinsatz: Einstandspreis der verkauften Artikel auf Basis des gewichteten Durchschnittspreises
  • Rohertragsmarge (%): Verhältnis von Rohertrag zu Nettoverkaufserlös, multipliziert mit 100

Unterschied zwischen Handelsspanne und Kalkulationsaufschlag

In der Preiskalkulation werden Handelsspanne (Marge vom Umsatz) und Kalkulationsaufschlag (Aufschlag auf den Einkaufspreis) häufig verwechselt. Beide Rechnungen nutzen denselben absoluten Rohertrag im Zähler, doch der Aufschlag teilt durch den Einkaufspreis, während die Handelsspanne durch den Nettoverkaufspreis dividiert.

Kaufen Sie eine Ware für 80 ein und schlagen 25 % Kalkulationsaufschlag darauf, liegt der Nettoverkaufspreis bei 100. Der Gewinn von 20 entspricht jedoch genau 20 % des Verkaufspreises — Ihre Handelsspanne beträgt also 20 % und nicht 25 %. Gewähren Sie im Irrglauben einer 25-%-Spanne nun 25 % Rabatt auf 100, verkaufen Sie für 75 und machen pro Stück 5 Verlust.

Margen in GiroPS auswerten und schützen

GiroPS aktualisiert bei jeder gebuchten Eingangsrechnung automatisch den gewichteten Durchschnittspreis Ihrer bestandsgeführten Produkte. Im Bericht zur Verkaufsanalyse sowie in der Gewinn- und Verlustübersicht sehen Sie für jeden Zeitraum den Nettoumsatz, den Wareneinsatz und die erzielte Marge auf einen Blick.

Für schnelle Preisberechnungen vor einer Rabattaktion können Sie zudem unseren kostenlosen Online-Rechner (`profit-margin-calculator`) nutzen, der Aufschlag und Marge sofort ineinander umrechnet. Über die Rollenberechtigungen lässt sich der Einkaufspreis für Mitarbeitende ausblenden, sodass Ihr Team Angebote und Rechnungen erstellt, ohne Ihre Kalkulation einzusehen.

Praxisbeispiel

Rechenbeispiel: Handelsspanne vor und nach Rabatt

Ein Werkzeughändler verkauft eine Maschine für 250 netto, deren durchschnittlicher Einkaufspreis bei 160 liegt. Der Rohertrag beträgt 250 − 160 = 90, woraus sich eine Rohertragsmarge von (90 ÷ 250) × 100 = 36 % ergibt (der Kalkulationsaufschlag beträgt 90 ÷ 160 = 56,25 %). Gibt der Händler einem Kunden 10 % Rabatt, sinkt der Nettoverkaufspreis auf 225, der Rohertrag auf 225 − 160 = 65 und die tatsächliche Handelsspanne auf (65 ÷ 225) × 100 = 28,89 %.

Häufig gestellte Fragen

Welcher Wert gilt als gute Handelsspanne?

Eine pauschale Richtgröße gibt es nicht, da die Spanne immer mit der Lagerumschlagshäufigkeit zusammenhängt.Schnelldrehende Handelswaren kommen mit kleineren Margen aus, während Fachhändler mit beratungsintensiven Sortimenten höhere Spannen benötigen, um Ladenmiete und Personal zu finanzieren.

Kann die Rohertragsmarge negativ werden?

Ja, sobald der Nettoverkaufspreis nach Rabatten unter den durchschnittlichen Einkaufspreis fällt, ist die Marge negativ. Das kommt in der Praxis vor, wenn Ladenhüter gezielt abverkauft werden, um gebundenes Kapital und Lagerplatz freizumachen.

Wie berechne ich den Verkaufspreis aus einer Zielmarge?

Teilen Sie den Einkaufspreis durch (1 − gewünschte Marge als Dezimalzahl). Kostet ein Artikel 140 im Einkauf und soll eine Handelsspanne von 30 % erzielen, rechnen Sie 140 ÷ (1 − 0,30) = 140 ÷ 0,70 = 200 Nettoverkaufspreis.

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